Achtsamkeit

In anspruchsvollen Lebenssituationen, die wir alle ja von Zeit zu Zeit durchlaufen, sind wir intensiv damit beschäftigt, die jeweilige Situation zu bewältigen und die Lehren daraus zu ziehen.

In den Zeiten, in denen es uns gut geht, alles „normal“ läuft hingegen… ja, natürlich dürfen wir da auch ausspannen und das Leben geniessen! Die Herausforderungen kommen schliesslich schneller als erwünscht zurück.
Dennoch sind das die Zeiten, um in Ruhe und Gelassenheit an unseren kleineren und grösseren „Untugenden“ zu arbeiten, wie mangelnde Selbstliebe (zugegeben, ein Lebensprojekt!), schwaches Urvertrauen und, konkreter, beispielsweise an bestimmten Verhaltensmustern und Gewohnheiten, einzelnen Ängsten, Anhaftung und Achtsamkeit.

Ich beschäftige mich momentan mit der Achtsamkeit, weil mir in letzter Zeit vermehrt aufgefallen ist, wie oft ich in die Küche gehe, um… und wenn ich da angekommen bin, nicht mehr weiss, was ich da wollte, weil ich mit meinen Gedanken schon wieder anderswo bin; dass ich beim Zähneputzen nicht mehr weiss, ob ich unten (oder oben) schon geputzt habe; auch weil ich einige schlechte Gewohnheiten in diesem Zusammenhang loswerden will, wie vor dem Computer essen, anstatt mich ganz aufs Essen zu konzentrieren. Und ganz allgemein, weil ich in der Gegenwart leben und nicht mit meinen Gedanken ständig ausserhalb der Sekunde, in der ich mich gerade befinde, weilen will.
Keine einfache Aufgabe. Und anstrengend!!!

Wenn ihr gerade nicht wisst, woran arbeiten, versucht es auch einmal. Immer ganz im Augenblick zu sein, ganz konzentriert auf das, was ihr gerade tut, mit voller Hingabe. Erlaubt euren Gedanken nicht abzuschweifen, es existiert keine Vergangenheit und keine Zukunft, nur der Moment. Und wenn ihr es schafft, diesen Zustand zehn Minuten am Stück durchzuhalten lasst es mich wissen – und verratet mir bitte bitte euren Trick :mrgreen:

Dazu noch eine hübsche Zen-Geschichte.

Ein Mann fragte einmal einen alten Zen-Meister: „Wie machst du das, dass du immer so glücklich bist?“
Der Zen-Meister antwortete: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich arbeite, dann arbeite ich.“
Der Mann schaute ihn verständnislos an: „Das tue ich doch auch! Dennoch bin ich nicht glücklich.“
„Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich arbeite, dann arbeite ich“, wiederholte der Weise.
Nun kam Verärgerung im Mann auf und er konnte sie nicht verbergen. „Du machst dich über mich lustig!“, rief er empört.
Milde lächelnd gab der Meister die Erklärung: „Gewiss liegst du, gehst, isst und arbeitest. Doch während du liegst, überlegst du, wohin du danach gehen wirst, und während du gehst, fragst du dich, was du essen wirst und beim Essen denkst du über deine nächste Arbeit nach. Deine Gedanken sind ständig woanders und nicht da, wo du gerade bist. Das Leben findet aber in diesem Augenblick zwischen Vergangenheit und Zukunft statt; wenn du dich ganz darauf einlässt, kannst du glücklich werden.“

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