Stehaufmännchen und -frauchen

Die einen Menschen erleiden immer wieder Rückschläge, ja mehr oder minder schwere Schicksalsschläge – und überwinden sie, erholen sich davon und gehen ihren Lebensweg nicht nur unbeschadet, sondern sogar gestärkt weiter.
Anderen widerfährt etwas in unseren Augen gar nicht so Schlimmes – und sie zerbrechen daran.

Woran liegt es, dass die einen widerstandsfähiger sind als andere? In der Psychologie bezeichnet man die Widerstandskraft gegenüber Herausforderungen als Resilienz. Wie viel davon angeboren und wie viel erlernt ist, kann man nicht exakt bestimmen.
Natürlich besitzt jemand, der schon als Kind stets wertgeschätzt und ermutigt wurde, in der Regel eine höhere Resilienz als jemand, dem kein Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben wurde.
Doch, und das ist wichtiger, Resilienz kann man lernen. Nach meiner persönlichen Beobachtung gehen Menschen, die sich schon früh mit Herausforderungen konfrontiert sehen, etwa chronische Krankheiten oder schwierige familiäre Verhältnisse, auch später besser damit um, das Schicksal macht sie zu „Kämpfernaturen“, die nicht so schnell aufgeben.

Während die Psychologie die positiven Faktoren und Ressourcen, welche diese Widerstandskraft begünstigen, in einem guten sozialen Umfeld, einem befriedigenden Beruf, in emotionalen Bindungen, einer positiven Lebenseinstellung und mehr sehen, beruht sie von einer spirituellen Betrachtungsweise aus auf Urvertrauen und Gleichmut – zwei Pfeiler des Karma Yoga.


Zugegeben, das Urvertrauen ist ein Geschenk, eine Gnade, die wir nicht erzwingen können. Dennoch können wir selbst eine Menge dafür tun; viele Anregungen findet ihr, wenn ihr auf das Stichwort „Urvertrauen“ auf dieser Webseite klickt (unten in der rechten Spalte).


Was hingegen den Gleichmut betrifft, so liegt es (fast) allein in unserer Hand, ihn zu erlangen oder zu stärken. Er gründet im Wesentlichen auf dem Lebensmotto: „Alles, einschliesslich sich selbst zwar ernst, aber nicht so wichtig nehmen.“ Wie oft machen wir uns das Leben doch unnötig schwer, weil wir uns über Kleinigkeiten ärgern, belanglose Wünsche zu Alleinseligmachendem hochstilisieren und Unwichtiges eben für wichtig halten! Und in diesem Zusammenhang für oder gegen etwas kämpfen, das unabänderlich ist. So lautet denn auch das zweite wichtige Lebensmotto: „Ich ändere die Dinge, die ich ändern kann; ich akzeptiere mit Gelassenheit die Dinge, die ich nicht ändern kann; und ich unterscheide weise zwischen den einen und den anderen.“

Sowohl vom psychologischen als auch vom spirituellen Standpunkt aus, um eines kommen wir jedenfalls nicht herum, wollen wir unsere Widerstandskraft gegenüber den „Widrigkeiten des Lebens“ stärken und zu wahren Stehaufmännchen und -frauchen werden: Üben. Üben üben und nochmals üben.

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