Karma Yoga in Zeiten des Corona-Virus

Das Leben steht still, sagen die einen, wenn alle Bars, Restaurants und Geschäfte geschlossen sind und in einigen Ländern bereits ein Ausgehverbot herrscht.
Nein. Das Leben steht nie still. Das Herz schlägt, die Blumen blühen in diesem sonnigen, wunderbaren Frühling, die Vögel singen, bauen ihre Nester und paaren sich.

Wir wissen: In jeder Krise steckt auch eine Chance. Es ist an uns, sie zu nutzen. Es wird in diesen Tagen viel von Entschleunigung gesprochen. Na ja, inwieweit dies für Eltern mit Kindern, die jetzt den ganzen Tag zu Hause sind, möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Doch wir alle haben die Chance unser Urvertrauen und unseren Gleichmut zu stärken.

Unser Urvertrauen sagt uns – und das sollten wir uns fortwährend in Erinnerung rufen –, dass uns nichts geschehen kann, was nicht für uns bestimmt ist, sei dies eine Krankheit oder gar der Tod. Es sagt uns auch, dass uns nie mehr aufgebürdet wird, als wir auszuhalten vermögen. Und vor allem, dass wir getragen sind, vom Göttlichen, von Mutter Erde, vom Universum, von Höheren Mächten, wie wir dieses Grosse Ganze auch nennen.

Den Gleichmut brauchen wir, um die Lage anzunehmen, wie sie nun einmal ist, ohne zu klagen über all das, was gerade nicht möglich ist. Verinnerlichen wir die Aussagen der Bhagavadgita:

Gleichmütig gegenüber Freund und Feind, gleichmütig gegenüber Ehrung und Beschimpfung, Freude und Leid, Lob und Tadel, Kummer und Glück, Hitze und Kälte, still, genügsam und zufrieden mit allem, ohne an Menschen und Dingen, Ort und Heim zu hängen …

Bhagavadgita XII, 18 f.

Wer Glück und Leid, Gold und Schlamm und Stein als gleichwertig betrachtet; wem das Angenehme und das Unangenehme, Lob und Tadel, Ehre und Schande, der Kreis der Freunde und der Kreis der Feinde eins sind; wer beständig in einer weisen, unerschütterlichen und unwandelbaren in­neren Ruhe und Stille weilt; wer keine Tat anstrebt – dieser Mensch steht über dem Wirken der Natur.

Bhagavadgita XIV, 24 f.

Und handeln wir jederzeit so, wie es erforderlich ist: verantwortungsvoll gegenüber uns selbst und unseren Mitmenschen.

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