Es ist vollbracht!

Nun habe ich auch den letzten Band meiner spirituellen Buchreihe Sonnwandeln vollendet – er ist soeben erschienen. Ich stelle ihn euch hier kurz vor:

Sonnwandeln_Band_5

Das spirituelle Leben
Sonnwandeln Band V
von Karin Jundt
nada Verlag
ISBN 978-3-907091-15-9
Paperback, 216 Seiten
EUR 19.00 / ca. CHF 23.00

Nachdem die vorangehenden vier Bände der Sonnwandeln-Buchreihe sich im Wesentlichen auf Aspekte des gewöhnlichen Alltags konzentrierten – natürlich immer aus spiritueller Sicht –, ist in diesem letzten Band die Spiritualität selbst das Hauptthema – natürlich immer in der geerdeten Art, die für mich charakteristisch ist.
Ausgehend von der Problematik der Diskrepanz zwischen „absoluter Hingabe“ und „Freizeitspiritualität“ zeige ich Möglichkeiten auf, wie wir vermehrt aus unserem Innern leben oder, anders ausgedrückt, die äußere Welt mit den inneren Augen betrachten können und dadurch eine völlig neue, die wahre Wirklichkeit entdecken.
Ein Kapitel ist auch der Weisheit gewidmet, die wir in alten heiligen Schriften verschiedener Religionen finden, etwa in den Evangelien, den Veden und der Bhagavadgita, und wie sich diese verstehen und im Alltag umsetzen lässt.
Zum Schluss darf selbstverständlich auch die Thematik der Gottesverwirklichung, Erleuchtung, Erlösung, wie man diesen transzendenten Zustand auch immer nennen will, nicht fehlen – ein Thema, über das ich, das will ich betonen, nicht aufgrund meines eigenen Erlebens erzählen kann und bei dem ich mich deshalb auf antike und neuzeitliche Berichte über mystische Erfahrungen anderer Menschen stütze.

Meine wesentlichen Zitate zur Spiritualität:
Es gibt so viele Wege zum Göttlichen, wie es Menschen gibt.
Spiritualität findet im Alltag statt.
Nicht das äußere Leben ist der Maßstab für Spiritualität, sondern die innere Haltung.

Erhältlich in Buchhandlungen und Online-Shops.

Zu den Leseproben…

Es war eine schöne Aufgabe, meine E-Schriftenreihe in gedruckte Bücher umzuwandeln, auch eine anspruchsvolle, habe ich doch alles gründlich überarbeitet. Zudem überaus bereichernd für mich: Immer wieder habe ich mich selbst mit wichtigen Themen auseinandergesetzt und versucht, mich darin weiterzuentwickeln. Und, ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe in meinen eigenen Büchern „Weisheiten“ entdeckt, die ich über die Jahre vergessen hatte!

Nun freue ich mich aber auch, mich neuen Projekten widmen zu können. Zwei nehme ich gleichzeitig in Angriff. Zum einen arbeite ich weiter an einem Buch über Liebesbeziehungen, das ich vor längerer Zeit begonnen, dann aber – weil die Sonnwandeln-Reihe mir wichtiger schien – beiseite gelegt hatte; nun will ich es vollenden. Zum anderen… nein, darüber kann und will ich noch nichts verraten 😉

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Eine Schule des Gleichmuts

Letzten Monat bin ich in eine andere Wohnung umgezogen. Unnötig zu sagen, dass ich schon Wochen davor vieles organisieren und in die Wege leiten musste. Ich hatte mir eine Excel-Tabelle mit den „Pflichten“ und „Terminen“ erstellt und arbeitete eines nach dem anderen ab. Besser gesagt, ich versuchte es. Vieles klappte nicht auf Anhieb: Angefangen mit dem neuen Mietvertrag, der einfach nicht bei mir eintreffen wollte (und ich hatte doch meine alte Wohnung schon gekündigt!) bis zum nichtfunktionierenden Telefon und Internet nach dem Umzug und unzählige Hindernisse dazwischen. Nichts davon durch mein eigenes Verschulden, wohlverstanden. Allerdings, das muss ich zugeben, auch nichts wirklich Gravierendes, ich war nie ohne Dach über dem Kopf und dass der neue Tisch erst einen Tag später als geplant eintraf und ich im Stehen in der Küche essen musste, war auch kein Weltuntergang.

Bei den ersten Unannehmlichkeiten haderte ich ein bisschen: Wozu plane ich alles so genau und leite alles frühzeitig in die Wege, wenn es dann doch nicht klappt? Warum kann man sich heutzutage einfach nicht mehr auf die Leute verlassen, warum passieren so viele Fehler?
Es war kein echter Ärger meinerseits, eher Unverständnis und leichter Verdruss. Bis dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel, die Erkenntnis über mich hereinbrach: Wieso meinte ich ein Anrecht darauf zu haben, dass alles so läuft, wie ich es will? Predige ich nicht ständig, wir hätten keine Macht über das Schicksal, unsere Aufgabe liege lediglich darin, alles so gut wie möglich zu tun, und die Ergebnisse müssten wir dem Göttlichen überlassen? Und ganz objektiv: Das meiste ging doch reibungslos über die Bühne! Warum fokussierte ich auf das Negative, anstatt mich am Positiven zu erfreuen?

Von dem Moment an, nahm ich alles ganz leicht. Klappt es heute nicht, dann eben morgen. In Wirklichkeit ist doch all dies so unwichtig…
Und von dem Moment an – ich hätte es wissen müssen – traten kaum mehr nennenswerte Probleme auf. Diese x-te Lektion in Gleichmut hatte ich gelernt: Für das Göttliche gab es also keinen Grund mehr, mich weiterhin auf die Probe zu stellen 🙂

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Die Suche nach der eigenen Lebensaufgabe

Wie finden wir die sinnvolle weltliche Aufgabe, die unserer Seele entspricht? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, auch von Menschen, die sich bewusst sind, dass der Sinn unseres irdischen Daseins darin liegt, uns innerlich zu entwickeln und die Gottesverwirklichung/Erleuchtung zu erlangen. In der Tat machen sich gerade Menschen, die an ein spirituelles Ziel des Lebens glauben, besonders viele Gedanken da­rüber, wie sie im gewöhnlichen Alltag sinnvoll leben können. Schliesslich findet das Leben hier auf der Erde statt und hier sollten wir mit beiden Füssen fest stehen.
Ich selbst war viele Jahre lang mit meiner weltlichen be­ruflichen Tätigkeit unzufrieden, hielt sie für unnütz und wünschte mir, etwas Sinnvolles tun zu dürfen. Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass mein einziges Ziel – meine innere Entwicklung – nicht davon abhängt, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Im Gegenteil, später sah ich ein, dass sich mir gerade in meiner unbefriedigenden be­ruflichen Umgebung ausgezeichnete Möglichkeiten geboten hatten, zu lernen und zu wachsen. Ich habe sie oft nicht genutzt.

Innerlich wachsen können wir also bei jeder Aufgabe. Und das Göttliche führt uns ohnehin an die Herausforderungen heran, die für uns nützlich sind. Einige allgemeine Hinweise zum Erkennen der geeigneten weltlichen Aufgabe will ich dennoch geben.
• Wir sollten uns von allen uns auferlegten gesellschaftlichen Vorstellungen lösen, wie: Es ist wichtig, eine gute Ausbildung und einen sicheren Job zu haben; man sollte etwas Sinnvolles tun, was der Allgemeinheit nützt; man muss eine Familie mit Kindern gründen; kulturelle Interessen, aktive Freizeitgestaltung, soziale Kontakte sind unerlässlich.
• Die Dinge und Tätigkeiten, zu denen wir uns als kleine Kinder (bis etwa zum Kindergartenalter) besonders hingezogen fühlten, gehören wahrscheinlich zu unserem wahren Wesen. Damals lebten wir nämlich noch mehr aus unserer Seele als aus dem Ego und waren von der Umgebung noch nicht allzu stark beeinflusst.
• Hingegen müssen wir sorgfältig prüfen, ob das, was uns vermeintlich interessiert oder was wir gerne machen oder nicht mögen, tatsächlich zu unserem wahren We­sen gehört und nicht etwa aus der Nachahmung von Vorbildern und der Be­einflussung durch Bezugspersonen stammt. Manches über­nehmen wir nämlich von aussen und speichern es in un­serem Unbewussten, von wo es dann Be­rufswahl, Wohnort und -form, Partnerschaft, Familie und mehr prägt. Eine Zeit lang meinen wir dann vielleicht, damit recht glücklich zu werden, besonders wenn wir dabei auch einigermassen erfolgreich sind. Doch oft tritt eines Tages, bevorzugt während Lebenskrisen (Tod eines geliebten Menschen, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes und andere), eine unbestimmte Unzufriedenheit auf oder die Frage nach dem, „was ich wirklich will“, ein leiser Wunsch nach Veränderung oder gar ein deutlicher nach einer bestimmten Tätigkeit oder Lebensform.
• Spirituell gesehen gibt es weder sinnvolle noch sinnlose Aufgaben. Deshalb dürfen wir uns ruhig den Dingen und Tätigkeiten zuwenden, von denen wir uns angezogen fühlen, die unser Herz erwärmen, die uns echte Freude schenken – mehr als die Befriedigung, die aus der Anerkennung unserer Mitmenschen entsteht, als das Selbstwert­gefühl, das daraus erwächst, dass wir etwas leis­ten, Gutes tun, erfolgreich sind.
• Auch gibt es weder gute noch schlechte Aufgaben, sondern nur jene, die uns weiterführen, und andere, die un­sere innere Entwicklung hemmen. Auf dieser Weltbühne scheint das Göttliche zu­dem die Vielfalt anzustreben und alles Denkbare zu manifestieren. Somit hat alles seine Berechtigung und seinen Platz. Es kann nicht nur Könige und Helden geben – auch wenn wir das gerne wären! –, es braucht ebenso Bettler und Feiglinge, um das kosmische Schauspiel zu inszenieren.
• Manchmal werden uns Aufgaben auf unseren Weg ge­stellt, sie fallen uns gewissermassen zu oder wir werden in sie getrieben. Es ist nicht immer das, was unser Ego möch­te, denn für unsere innere Entwicklung lernen wir wohl mehr, wenn wir nicht das tun, was wir ohnehin schon gut können und uns Spass macht. Um Gleichmut zu üben, kann eine langweilige, un­befriedigende Beschäftigung besser ge­eignet sein; um das Urvertrauen zu stärken, eine schwieri­ge Aufgabe, die uns beinahe überfordert.

Abschliessend will ich noch festhalten:
• Unsere innere Entwicklung ist ständig im Fluss. Wenn das Leben die Schule für unser Bewusstsein ist und unserer inneren Entwicklung dient, scheint es durchaus plausibel, dass wir unserer Wandlung entsprechend immer wieder andere Aufgaben übernehmen möchten/müssen.
• Da wir stets in der Gegenwart leben sollten, im Augenblick, besteht die jeweilige Aufgabe im Kleinen jedenfalls immer darin, das zu tun, was gerade ansteht.
• Vielleicht wird die Frage oder die Suche nach der eigenen Aufgabe im irdischen Leben überbewertet; möglicherweise ist dies eine rein menschliche Vorstellung, wahrscheinlich ist der göttliche Plan viel offener, flexibler…

Dieser Text stammt teilweise aus meinem Buch „Der Sinn des Lebens und die Lebensschule“.

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Neuauflage meiner Romane

Meine beiden spirituellen Romane, die ich um die Jahrtausendwende unter Pseudonym geschrieben hatte, sind inzwischen vergriffen. Deshalb habe ich mich entschlossen, sie als Softcover unter meinem richtigen Namen neu aufzulegen.

Ich empfehle euch, den „Jonathan“ zuerst zu lesen, da diese Hauptfigur auch in der Geschichte des Wanderers wieder eine Rolle spielt, aber chronologisch später.

Beide Bücher und die entsprechenden E-Books sind bereits im Buchhandel und in Online-Buchshops verfügbar.

Viel Freude bei der Lektüre dieser tiefsinnigen Romane!

Buchtitel_Jonathan Buchtitel_Wanderer

Jonathan von der Insel
von Karin Jundt
nada Verlag
ISBN 978-3-907091-09-8
Paperback, 160 Seiten
Format 12 x 19 cm
EUR 13.00

E-Book
ISBN 978-3-907091-12-8
EUR 9.49

–> weitere Infos

Der Wanderer im dunklen Gewand
von Karin Jundt
nada Verlag
ISBN 978-3-907091-10-4
Paperback, 164 Seiten
Format 12 x 19 cm
EUR 13.00

E-Book
ISBN 978-3-907091-11-1
EUR 9.49

–> weitere Infos

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Gleichmut, Urvertrauen und Schrödingers Katze

Bis weit in die zweite Hälfte hinein empfand ich 2016 als ein strapaziöses Jahr für mich. Ich hatte laufend zu kämpfen, vor allem mit technischen Problemen. Es fing bereits im Januar an mit dem Sat-Receiver, es folgten der Computer, das Internet allgemein und einiges mehr. Das wäre ja alles kein Problem gewesen (ausser ein finanzielles), hätte ich alles einfach ersetzen können. Aber nein, nichts klappte. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Sat-Receiver wurde vom Lieferanten drei Mal (!) ausgetauscht, weil jedes Gerät von Anfang an defekt war oder Mängel aufwies. Das bedeutete für mich anrufen, warten, wieder anrufen, nochmals warten… So zogen die Monate dahin.
Ich musste mir ständig sagen: „Bleib gelassen, es ist nicht so wichtig, am Ende wird alles gut gehen“ und „Wenn Schwierigkeiten auftauchen, hat es einen Sinn, du musst etwas daraus lernen; es kann dir nichts geschehen, was nicht gut für dich ist.“ Es kostete mich einige Energie. Doch ich machte genau die Erfahrung, die ich jedem anderen vorausgesagt hätte (aber selbst vergisst man ja die eigene Weisheit zuweilen) 😉 Nämlich dass es zähflüssig, problematisch und unbefriedigend lief, solange ich mich ärgerte, kämpfte, auflehnte. Sobald ich meinen Gleichmut und mein Urvertrauen wiederfand und ich losliess, lösten sich die Probleme.

Dann, im Spätherbst, als eine grosse Aufgabe für mich anstand – plötzlich läuft alles reibungslos! Sogar in den Bereichen, in denen Hindernisse und Schwierigkeiten zu erwarten und normal gewesen wären, nichts, alles erledigt sich fast von selbst. Ich empfand eine grosse Dankbarkeit und ruhige Zufriedenheit. Und vergessen waren die anstrengenden Monate – dachte ich.

Letzte Woche stellte ich bei einer Behörde einen Antrag, der von einer Menge Dokumenten begleitet sein musste, sodass der Briefumschlag, in dem ich das Ganze versandte, recht voluminös und schwer war.
Gestern fand ich in meiner Post einen gleich voluminösen und schweren Brief mit dem Absender eben dieser Behörde. „Oh nein!“, war mein erster Gedanke, weil mir die ganzen Schwierigkeiten des vergangenen Jahres augenblicklich wieder präsent waren, „der Antrag ist abgelehnt und sie schicken mir alle meine Unterlagen zurück.“
Doch noch bevor ich den Umschlag öffnete, wurde mir bewusst, wie ich gerade dabei war, einen negativen Ausgang zu programmieren – indem ich ihn erwartete und so meine Gedankenenergie darauf richtete. Und sofort fiel mir Schrödingers Katze ein. Ich erzähle dieses Gedankenexperiment des Physikers Erwin Schrödinger kurz in geraffter und vereinfachter Form *.

Man sperrt eine Katze in eine Kiste, in der sich eine geringe Menge einer noch nicht zerfallenen radioaktiven Substanz befindet. Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb einer bestimmten Zeitspanne Radioaktivität entsteht und die Katze tötet, liegt bei 50 Prozent.
Nun steht man nach abgelaufener Zeit vor der geschlossenen Kiste und weiss nicht, ob die Katze lebendig oder tot ist. Bis man den Deckel nicht geöffnet hat, sind beide Möglichkeiten gleich real.

Mein Briefumschlag der Behörde enthielt also beide Möglichkeiten, Zu- und Absage, bis ich ihn nicht öffnete und nachschaute. Bevor ich ihn aufriss, sagte ich mir also: „Nichts ist wirklich geschehen, bis ich es zur Kenntnis nehme. Es gibt weder Vergangenheit noch Zukunft, Zeit ist lediglich eine Dimension. Ich öffne jetzt den Umschlag und der Bescheid ist positiv. In diesem Augenblick fällt die Entscheidung.“
Der Bescheid ist positiv! Die Behörde hatte mir meine Unterlagen nicht zurückgeschickt – der Brief war so dick, weil sie eine Informationsbroschüre beigelegt hatten.

Unsere Gedanken sind eine überaus machtvolle Energie. An uns ist es, sie richtig zu nutzen.

* Ich weiss, dass Schrödinger mit diesem Gedankenexperiment etwas anderes darlegen wollte als die Schlussfolgerungen, die ich ziehe. Alle Physiker mögen mir verzeihen, dass ich es in dieser spirituellen Form verwende.

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„Mein“ Königsgaukler

Einen Herzenswunsch habe ich mir erfüllt: „Der Königsgaukler“ von Manfred Kyber in meinem Verlag neu herausgegeben. Dieses Märchen aus dem Jahr 1921 über den tieferen Sinn des Lebens kenne ich seit vielen Jahrzehnten und habe es ebenso oft wieder gelesen wie weitergegeben. Jedes Mal, wenn Freunde sich gerade in einer schwierigen Lebenslage befanden und traurig waren oder meinten, nicht mehr weiter­zuwissen, habe ich ihnen mein Exemplar geschenkt, in der Hoffnung, es möge ihnen ebenso viel Trost und Zuversicht spenden wie es mir bei ähnlichen Gemütszuständen jeweils gebracht hat. Für mich habe ich dann immer sofort ein neues Büchlein gekauft – und bald schon wieder verschenken „müssen“.
Gab es früher einmal eine schöne gebundene Ausgabe, so finde ich seit Jahren keine mehr, die mir gefällt und die ich gerne verschenke. Das ist der Grund, warum ich mich entschlossen habe, den Königs­gauk­ler selber herauszugeben: Dieses Juwel der spirituellen Literatur soll liebevoll gestaltet sein und sich edel präsentieren.

Der Königsgaukler ist eines der vier Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wäre ich für den Rest des Lebens dorthin verbannt. Jetzt wollt ihr wahrscheinlich wissen, welche die anderen drei sind? Die „Bhagavad Gita“, ein fast zwei Jahrtausende alter spiritueller Text aus Indien, „Essays on the Gita“ von Sri Aurobindo, dem großen indischen Philosophen und Mystiker, und „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Auch diese Bücher habe ich, wie den Königsgaukler, schon unzählige Male gelesen. Natürlich würde ich viele andere Werke nur ungerne zurücklassen, aber mit diesen vier könnte ich meine Seele und mein Gemüt ausreichend nähren. Bis an mein Lebensende. Alle sind sie nämlich zeitlos – ich bin versucht zu sagen: ewig – in ihrer Weisheit und ihrer Eigenschaft, das Herz zu erwärmen und zutiefst zu berühren.

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Manfred Kyber: Der Königsgaukler
nada Verlag
Hardcover, 72 Seiten
ISBN 978-3-907091-08-1
Preis: EUR 17.00

„Der Königsgaukler“ von Manfred Kyber im nada Verlag ist erhältlich in Buchhandlungen und in Online-Shops.

ACHTUNG: Es gibt mehrere Ausgaben dieses Märchens auf dem Markt (keine so schön wie meine 😉 Beim Kauf müsst ihr deshalb unbedingt angeben, dass ihr diejenige des nada Verlags wollt, oder die ISBN 978-3-907091-08-1 mitteilen.

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Einige Rezepte für höhere Achtsamkeit

Um aus jedem Ereignis und jeder Situation unseres Lebens den größten Profit zu ziehen, also zu lernen, müssen wir achtsam sein, den Alltag nicht wie Schlafwandler an uns vorbeiziehen lassen. Achtsamkeit ist eines der Glieder des Achtfachen Pfades im Buddhismus und umfasst die Achtsamkeit für die Körperfunktionen, die Sinnesreize, die Emotionen und die Gedanken. Wir sollen sie be­wusst wahrnehmen, was be­dingt und uns dazu zwingt, in der Gegenwart zu leben.
Achtsam sein bedeutet in erster Linie, wachsam zu sein, wie wir es bei einer drohenden Gefahr täten, beispielsweise wenn wir nachts durch eine dunkle, menschenleere Straße gehen und alle unsere Sinne in Alarmbereitschaft stehen, um das leiseste Geräusch, jeden flüchtigen Schatten wahrzunehmen. Oder, mit einem positiveren Beispiel erläutert, so wachsam und konzentriert wie wir in einer Schulstunde den Worten und Handlungen des Lehrers folgen, um zu lernen und gegebenenfalls richtig zu reagieren: eine wichtige Aussage aufschreiben, eine Aufgabe lösen, eine Frage stellen, …
Andernfalls handeln wir eben wie Schlafwandler, die blind und unbewusst durch Räume ziehen, ohne wahrzunehmen, was sich darin befindet und ereignet.
Erst durch die Achtsamkeit, die es uns erlaubt, eine Si­tuation in ihrer Ganzheitlichkeit und Unmittelbarkeit zu erkennen, können wir überhaupt angemessen darauf reagieren, also willentlich, aus unserer Seele – im Gegensatz zur Steuerung aus dem Unbewussten, etwa durch Triebe und Verhaltensmuster, oder aus dem Ego.

Achtsamkeit ist Übungssache. Nur indem wir die Ge­dan­ken immer wieder am Umherschweifen hindern, sie in die Gegenwart zurückholen, wird Achtsamkeit eines Tages zur Gewohnheit. Das dauert lange, viele Jahre, und er­for­dert ein hohes Maß an Willenskraft und Selbstkontrolle.
Neben der bekannten Methode, in Gedanken immer ganz bei der Tätigkeit zu sein, die wir gerade ausüben, gibt es weitere hilfreiche Übungen, von denen wir zu­mindest die erste leicht in den Alltag integrieren können:
• Bei einem Gespräch neigen wir dazu, noch während un­ser Gegenüber redet, bereits in Gedanken unsere Antwort zu formulieren oder zumindest über Argumente nachzudenken. Das sollten wir unterbinden, indem wir uns völlig da­­rauf konzentrieren, was der Gesprächspartner sagt, Wort für Wort in uns aufnehmen und uns ernsthaft bemühen, dabei nicht zu denken, sondern hinzuhören. Nur dann nehmen wir auch wahr, was er nicht sagt.
• Schweifen die Gedanken in unserem Kopf umher, versuchen wir, sie zu beobachten. Dies mit Worten zu erklären, ist schwierig: Wir sind gewissermaßen zweigeteilt, ein Teil denkt, der andere Teil beobachtet dieses Denken, als handelte es sich dabei um eine andere Person, und lässt es vorbeiziehen, ohne es festzuhalten.
• Auch können wir zuschauen, wie die Gedanken, bevor sie in unserem Kopf sind, von außen in uns hereinkommen. Wahrscheinlich werden wir das nicht auf Anhieb schaffen, doch es ist eine lohnende Übung. Gelingt es uns nämlich, Gedanken als nicht zu uns gehörend zu betrachten, als Eindringlinge, die von außen (aus dem Äther, einer anderen Di­mension oder woher auch immer) in uns strömen, können wir sie stoppen, bevor sie eintreffen, sie draußen lassen. Diese Möglichkeit ist uns natürlich verwehrt, be­trachten wir sie als eigene Geschöpfe, die in uns entstehen und uns eigen sind.

Achtsamkeit ist anstrengend, eine Fulltime-Beschäftigung gewissermaßen. Deshalb empfehle ich, von Zeit zu Zeit einen „Tag der Achtsamkeit“ einzulegen, an dem wir uns tatsächlich von morgens bis abends konzentriert und konsequent darum bemühen. Danach uns aber wieder einige „unachtsame“ Tage zu gönnen, sonst werden wir der Achtsamkeit schnell überdrüssig und geben sie ganz auf.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Kapitel 6 meines Buches „Alltägliches Handeln im spirituellen Geist“ (Band 2 der Sonnwandeln-Reihe).

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Buddhas brennendes Haus

In einem Gedicht lässt Bertolt Brecht* den Buddha ein Gleichnis erzählen. Er kam zu einem brennenden Haus, in dem noch Menschen waren. Er rief ihnen zu, sie sollen sich retten, aber die Leute begannen Fragen zu stellen: „Wie ist das Wetter draussen?“; „Gibt es ein anderes Haus für uns?“ und mehr dergleichen. Der Buddha dachte bei sich, diese Leute müssten verbrennen, bevor sie aufhörten, Fragen zu stellen, und ging.

Ja, in der Tat, wenn wir uns in einem brennenden Haus befinden, müssen wir nur sehen, dass wir herauskommen – zu erfahren, wer es angezündet hat, wie es draussen ist, wohin wir anschliessend gehen sollen, nützt uns nichts.

Oft wollen wir wissen, warum wir uns in einer bestimmten Situation befinden, was dazu geführt hat, wer schuld daran sei, anstatt zuerst einmal einen Ausweg zu finden: „Die Situation X ist, wie sie ist, an diesem Punkt meines Lebenswegs stehe ich gerade – wie kann ich sie verändern?“ Unsere Innere Stimme wird uns die Antwort geben; vertrauen wir ihr blind, auch wenn unser Verstand keine rationale Argumentation dafür liefern kann. Unsere Seele weiss immer, was gut für uns ist.
Danach, aber erst danach, können wir uns Fragen stellen, wie: „Was soll ich daraus lernen? Welchen Sinn hat das Geschehene für mich?“ Und: „Wohin könnte ich von hier aus gehen?“

*Den Gedichttext findet ihr auf der Philos-Website. Brecht schrieb das Gedicht 1937, um vor dem Nationalsozialismus zu warnen. Buddha hatte in seinen Lehren tatsächlich die irdische Existenz als brennendes Haus bezeichnet, das wir verlassen müssen, um dem Leiden zu entkommen.

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Gegenwind

Wie oft weht uns doch im Leben ein rauer Wind entgegen! Sind wir dann frustiert, verärgert, enttäuscht, verbittert, dass die äusseren Umstände gegen uns sind? Oder nehmen wir sie mit Gleichmut an und ertragen sie? Gelingt es uns vielleicht sogar, in ihnen eine Chance zu erkennen und sie zu nutzen?

Immer wieder vergessen wir, dass wir keine Macht über das Schicksal besitzen. Wir können zwar vorausdenken und planen, uns bemühen und in Weisheit handeln – dennoch haben wir keine Garantie, dass alles so läuft, wie wir es gerne hätten. Und wir vergessen ebenfalls, dass es auf unserem Lebensweg um mehr geht, als um das, was ich (mein Ego) will. Es geht um unsere innere Entwicklung, darum, dass wir lernen – und wie könnten wir das, wenn sich immer alles nach unseren Wünschen gestaltete und wir nie in herausfordernde Situationen gerieten? Wir lernen nicht, indem wir tun, was wir schon beherrschen, sondern nur indem wir uns mit dem beschäftigen, was wir noch nicht können.

Deshalb ist es sinnlos, uns gegen den Wind zu stellen, uns gegen unser Schicksal zu wehren. Wir können dem nicht entfliehen, was für uns als „Lebenslektion“ vorgesehen ist, wir können es höchstens hinauszögern. Aber wer weiss, ob der künftige Sturm dann nicht noch herausfordernder ist als der momentane Gegenwind?

Halten wir es lieber mit einer Weisheit Aristoteles:

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

Sehen wir jede schwierige Situation als eine Chance zu lernen, als eine konkrete Möglichkeit, unser Leben in eine andere Richtung zu lenken. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Recht haben, in diesem Leben glücklich zu sein. Ich bin aber auch zutiefst davon überzeugt, dass wir anhaltendes Glück nicht finden, solange wir uns nicht unserem eigenen Lebensweg ergeben, ihn in Gleichmut annehmen, egal wohin er uns führt. Folgen wir ihm hingegen und betrachten ihn nicht länger als unangenehm, unerwünscht, unglücklichmachend, so werden wir darin unsere Lebensfreude und unsere Erfüllung finden – unsere innere Zufriedenheit.

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Hiob – Gottes Prüfungen?

Neulich habe ich einem Gespräch über Hiob* zugehört. Es ging dabei um die Prüfungen, die Gott uns angeblich auferlegt und wie wichtig es sei, ihm dafür nicht zu zürnen und alles zu akzeptieren; dafür werde man am Ende belohnt.
Für alle, welche die alte Geschichte nicht kennen: Der wohlhabende und rechtschaffene Hiob wird von Gott auf Wunsch Satans geprüft, weil dieser behauptet, die Menschen seien nur fromm, solange es ihnen gut gehe. Gott nimmt Hiob seinen ganzen Besitz, auch seine zehn Kinder und seine Gesundheit, ohne dass Hiob Gott böse ist. Und am Ende wird er von Gott belohnt, bekommt alles doppelt wieder, auch zehn neue Kinder.

Einverstanden bin ich in dem Punkt, man solle dem Göttlichen – oder dem Schicksal, dem Leben, den Höheren Mächten oder wie man diese Instanz nennen will – nicht zürnen. Hauptsächlich schaden wir damit uns selbst, wenn wir uns grämen und verbittert sind. Und wir verpassen dabei die Chancen, die jede Krise uns bietet, die Chancen zu lernen, innerlich zu wachsen und stärker und weiser daraus hervorzugehen.

Nicht einverstanden bin ich jedoch mit der generellen Vorstellung, das Göttliche wolle uns prüfen, und schon gar nicht aus dem Grund, um bösen Mächten irgend etwas zu beweisen.
Auch das Konzept von Strafe und Belohnung durch Gott, das in der Bibel so oft vorkommt, halte ich für eine menschliche Idee von Gerechtigkeit – wollen wir uns wirklich anmassen, den göttlichen Plan auf eine menschliche Ebene zu reduzieren, bloss weil unser beschränkter Verstand sich nichts anderes vorstellen kann?

Nach dem Karma-Gesetz wäre alles, was uns zufällt, die Wirkung vergangener Ursachen, also das Ergebnis früherer Taten: Gutes bringt Gutes, Böses bringt Böses. Doch auch diese starre Gesetzmässigkeit scheint mir wiederum nur ein Erklärungsmodell für scheinbar Unerklärliches: Wo bliebe denn die Gnade und Barmherzigkeit des Göttlichen?
Vielmehr glaube ich, und folge hierin Sri Aurobindos Weisheit, dass der Sinn unseres Lebens die innere Entwicklung zum Göttlichen hin ist. Deshalb wird uns alles gegeben, was diese Entwicklung fördert – manchmal sogenannt Angenehmes, manchmal sogenannt Unangenehmes –, und es wird uns alles genommen, was diese Entwicklung hemmt – manchmal sogenannt Unangenehmes, manchmal sogenannt Angenehmes.
Prüfungen, wollen wir sie denn so bezeichnen, kommen dann auf uns zu, wenn wir aus einer Erfahrung etwas gelernt haben, in der Theorie, und es dann in der Praxis umsetzen sollen – gewissermassen um zu beweisen, dass wir es nicht nur verstanden haben, sondern die neue Erkenntnis auch leben.
Ein Beispiel: Um befördert zu werden, schaltete X einen um die gleiche Stelle konkurrierenden Kollegen aus, indem er ihm mehrmals für die Erledigung seiner Arbeit wichtige Informationen bewusst vorenthielt, sodass der Kollege schwerwiegende Fehler beging. X wurde befördert. Einige Monate später erfolgten interne Umstrukturierungen und die Abteilung von X wurde aufgehoben, er selbst entlassen. Der vermeintliche Erfolg stellte sich als Boomerang heraus; X gewann daraus die Erkenntnis, dass er sich im Wettkampf um die Beförderung unfair verhalten hatte, und versprach sich selbst, nie wieder so zu handeln.
Bei seinem neuen Arbeitgeber geht es nun wieder um eine Beförderung und wieder ist ein Kollege sein Konkurrent. X wäre auf die besser bezahlte Position dringend angewiesen, denn durch die vorangehende Arbeitslosigkeit steckt er in einer finanziell schwierigen Lage. Die Versuchung, mit unfairen Mitteln um die Beförderung zu kämpfen, ist also gross – diese Situation kann man als Prüfung verstehen, ob X seine frühere Erkenntnis nun in die Tat umsetzt. Tut er es und bleibt tatsächlich fair, so hat er die Lektion gelernt. Versucht er hingegen nochmals durch Betrug voranzukommen, so werden die Konsequenzen – kurz- oder langfristig – ihm eine neue Lektion erteilen… so lange, bis er daraus lernt. Wenn nicht in diesem, dann in einem nächsten Leben.

Unser ganzes Leben ist eine Schule, allerdings ohne Bewertung und Noten. Doch den Stoff sollten wir schon lernen, um voranzukommen, sonst bleiben wir sitzen und müssen eine Klasse wiederholen. Betrachten wir jedoch nichts als Strafe. Es sind immer nur Hinweise des Göttlichen, dass wir uns gerade auf einem Irrweg befinden, bemühen wir uns also, auf den rechten Weg zurückzukehren.

* Altes Testament, Buch Hiob.

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