Das Nicht-Handeln im Handeln üben

Im vorangehenden Artikel vom 19. August war vom Nicht-Handeln im Handeln die Rede, davon, dass wir mit unserem Tun nicht bestimmte Ergebnisse anstreben sollen. Das betrifft selbstverständlich nicht nur unsere „grossen“ Taten, sondern auch die gewöhnlichen, banalen Alltagstätigkeiten. Darum geht es schliesslich, im Klartext: Keine Tat der anderen vorziehen; dem Prinzip von Lust und Unlust abschwören; immer tun, was gerade zu tun ist.
Das können wir in unserem Alltag, sowohl im beruflichen als auch im privaten, sehr gut üben: Wir tun in jedem Augenblick, was gerade getan werden muss. Ob im Haushalt, im Beruf oder in meiner Freizeit: Wenn ich sehe, dass etwas getan werden muss (und ich sehe es, alles andere sind faule Ausreden!), dann tue ich es, sofort und ohne Aufschub, mit Freude oder zumindest Gleichmut und immer so gut ich es kann. Beispiele:
• Der Rasen ist nachgewachsen – ich mähe ihn (und warte nicht zu, bis es dann regnet und ich nicht mähen kann!) und zwar gründlich, auch unter den Büschen, wo ich von Hand nachbessern muss.
• Es ist keine Milch mehr da – ich gehe einkaufen (und denke nicht: „Trinken wir den Kaffee halt für einmal ohne“).
• Das Ablagekistchen ist voll – ich ordne die Papiere und hefte sie ab (und meine nicht, eine andere Aufgabe sei wichtiger, weil sie mir lieber ist!).
• Das Bild hängt schief – ich gleiche es aus (und finde nicht, es hänge jetzt schon lange so, ich hätte mich bereits daran gewöhnt!), muss ich auch einen neuen Nagel einschlagen und das alte Loch zukitten.
• Auf dem Teppich entdecke ich einen Fleck – ich bemühe mich, ihn zu entfernen (und stelle nicht einen Blumentopf darauf!), auch wenn das Reiben anstrengend ist.

Alle Aufgaben, die gerade anstehen, seien es kleine oder gewichtige, leichte oder anstrengende, „beliebte“ oder „verhasste“: Ich erledige sie sofort, ohne dass man mich dazu auffordern muss, ohne sie aufzuschieben, ohne zu murren und ohne Unlust.

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