Eine Schule des Gleichmuts

Letzten Monat bin ich in eine andere Wohnung umgezogen. Unnötig zu sagen, dass ich schon Wochen davor vieles organisieren und in die Wege leiten musste. Ich hatte mir eine Excel-Tabelle mit den „Pflichten“ und „Terminen“ erstellt und arbeitete eines nach dem anderen ab. Besser gesagt, ich versuchte es. Vieles klappte nicht auf Anhieb: Angefangen mit dem neuen Mietvertrag, der einfach nicht bei mir eintreffen wollte (und ich hatte doch meine alte Wohnung schon gekündigt!) bis zum nichtfunktionierenden Telefon und Internet nach dem Umzug und unzählige Hindernisse dazwischen. Nichts davon durch mein eigenes Verschulden, wohlverstanden. Allerdings, das muss ich zugeben, auch nichts wirklich Gravierendes, ich war nie ohne Dach über dem Kopf und dass der neue Tisch erst einen Tag später als geplant eintraf und ich im Stehen in der Küche essen musste, war auch kein Weltuntergang.

Bei den ersten Unannehmlichkeiten haderte ich ein bisschen: Wozu plane ich alles so genau und leite alles frühzeitig in die Wege, wenn es dann doch nicht klappt? Warum kann man sich heutzutage einfach nicht mehr auf die Leute verlassen, warum passieren so viele Fehler?
Es war kein echter Ärger meinerseits, eher Unverständnis und leichter Verdruss. Bis dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel, die Erkenntnis über mich hereinbrach: Wieso meinte ich ein Anrecht darauf zu haben, dass alles so läuft, wie ich es will? Predige ich nicht ständig, wir hätten keine Macht über das Schicksal, unsere Aufgabe liege lediglich darin, alles so gut wie möglich zu tun, und die Ergebnisse müssten wir dem Göttlichen überlassen? Und ganz objektiv: Das meiste ging doch reibungslos über die Bühne! Warum fokussierte ich auf das Negative, anstatt mich am Positiven zu erfreuen?

Von dem Moment an, nahm ich alles ganz leicht. Klappt es heute nicht, dann eben morgen. In Wirklichkeit ist doch all dies so unwichtig…
Und von dem Moment an – ich hätte es wissen müssen – traten kaum mehr nennenswerte Probleme auf. Diese x-te Lektion in Gleichmut hatte ich gelernt: Für das Göttliche gab es also keinen Grund mehr, mich weiterhin auf die Probe zu stellen 🙂

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