Winterwanderungen

Wandern im Winter ist stiller als im Sommer: Man trifft weniger Menschen, die Natur ruht und schweigt, es gibt nicht so viel zu sehen. Man beschäftigt sich vermehrt mit den eigenen Gedanken.

Vor ein paar Wochen war ich einige Tage lang unterwegs in den Bergen und habe ein bisschen auf mein Leben zurückgeblickt – nicht etwa, weil ich kürzlich 60 geworden bin und nun mindestens zwei Drittel meines Lebens hinter mir habe, sondern vielmehr weil ich mich seit einiger Zeit frage, in welche Richtung ich künftig gehen soll.
Dabei habe ich Möglichkeiten und Gelegenheiten gedanklich hin- und hergewälzt, über Sinn und Unsinn einiger meiner Vorhaben sinniert, mir wichtige Aussagen aus dem kürzlich gelesenen Buch von Konstantin Wecker, „Die Kunst des Scheiterns“, durch den Kopf gehen lassen… Ohne zu irgendwelchen vernünftigen und konstruktiven Schlüssen zu kommen.

Erst als ich in der immer noch tiefverschneiten Landschaft an einzelnen Büschen schon erste grüne Blättchen entdeckte und plötzlich eine Biene und einen Schmetterling nach Nektar suchend umherfliegen sah, wurde mir schlagartig bewusst: „Hör auf, dir Gedanken zu machen. Lebe den Augenblick, lass dich führen von der Vorsehung, von der Göttlichen Mutter, dein Weg breitet sich Schritt um Schritt vor dir aus. Du brauchst nur die Augen offen zu halten und zuversichtlich deinen Weg zu gehen. Tue jeden Tag, was zu tun ist, was auf dich zukommt, ohne nach Sinn und Zweck zu fragen.“

Ja, manchmal vergesse auch ich die Prinzipien des Karma Yoga, verstricke mich in Gedanken und Fragen und Wünschen und Sorgen.
Gut holt mich das Leben selbst immer wieder da raus 🙂

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